Modul 15 EE-Handwerk
Modul 15 EE-Handwerk
Die Energiewende ist beschlossen. Deutschland setzt in Zukunft auf erneuerbare Energien. Das zeigen auch die Klimaschutzinitiative und das Energiekonzept der Bundesregierung. Die Beschäftigtenzahlen der Erneuerbaren-Energien-Branche sind im 2009 bis 2011 von 340.000 auf über 380.000 Menschen gestiegen. Damit ist die deutsche EE-Branche eine der wichtigsten Wachstumsbranchen. Handwerk und Hochschulen müssen auf die damit verbundenen Herausforderungen vorbereitet sein, damit der in einigen Bereichen bereits bestehende Fachkräftemangel nicht zum Flaschenhals der weiteren Entwicklung für den Ausbau der Erneuerbaren wird.
Ziele des Moduls waren es, zum einen Defizite im Rahmen der Handwerksausbildung für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu identifizieren. Zum anderen sollten Ansätze zur Lösung der Defizite erarbeitet werden. Wichtig war hierbei die Einbindung anderer Entscheidungsträger über den Handwerksbereich hinaus, wie z.B. Hochschulen und die Bundesagentur für Arbeit, in einen Dialog.
Die wichtigsten technischen Ergebnisse des Moduls 15 waren deshalb die fachliche Unterstützung des BMU durch Expertisen sowie die Unterstützung des BMU bei der Durchführung von drei Fachtagungen. Die ersten beiden Fachtagungen mit den Titeln „Ausbildung und Arbeit für Erneuerbare Energien“ und „Aus- und Weiterbildung für erneuerbare Energien“ fanden 2009 und 2010 statt. Das Thema der hochschulpolitischen Ausrichtung für die Erneuerbaren Energien wurde in der Fachtagung „Hochschultagung für Erneuerbare Energien“ Ende 2010 behandelt. Die Projekttätigkeit war über die gesamte Projektlaufzeit hin durch die praktische Unterstützung des Bundesumweltministeriums mit Kurzgutachten und fachlichem Support in Grundsatzfragen der Erneuerbaren Energien geprägt, die sich zum Ende der Laufzeit noch intensivierte.
Die Erstellung von Expertisen und die durchgeführten Tagungen zeigten diverse neue Forschungsbedarfe bzw. Handlungserfordernisse zur Behebung von Defiziten auf. Als Fazit ergeben sich daraus folgende drei Empfehlungen:
- Die Förderung der Verankerung der Energie- und Ressourceneffizienz im Handwerk: Die Analyse hat gezeigt, dass die Energie- und Ressourceneffizienz explizit nur in wenige Ausbildungsverordnungen und Rahmenplänen für die 350 Ausbildungsberufe verankert ist. Hierbei bestehen bestenfalls allgemeine Aussagen zur Förderung des Umweltschutzes im Betrieb. Exemplarische Fallstudien haben gezeigt, dass Berufsschule und Betrieb nur dann das Thema Ressourcen- und Energieeffizienz gewichten, wenn es dem Ausbilder nahe lieg. Es fehlt hierbei nach Aussagen von Ausbildern an Materialien und Konzepten, die Ausbildung in vielen Berufen auf die Anforderungen einer nachhaltigen Effizienz auszurichten. Es bestehen große Bedarfe für neue Forschungsprojekte, die nicht nur Materialien erarbeiten, sondern diese auch in neue Bildungskonzepte wie z.B. dem eLearning einbetten.
- Die Förderung der Ausbildung für erneuerbare Energien durch Qualifizierungskonzepte und spezifische Bildungsmaterialien: Auch wenn einige EE-Technologien eine Massenanwendung wie Windenergie, Solarthermie und Fotovoltaik eine Massenanwendung geworden sind, bestehen in vielen Bereichen noch Defizite in der Qualifizierung und bei den Bildungsmaterialien, die durch den rapiden technologischen Wandel noch verstärkt werden. Beispielsweise gibt es keine Bildungsmaterialien und Bildungskonzepte für die solare Kühlung oder für die zukünftig bedeutsame Elektromobilität im Bereich des Handwerks. Ebenso ist die Ausbildung der zukünftigen Lehrer hinsichtlich der erneuerbaren Energien nach wie vor sehr schwach ausgeprägt. Die heute vorhandenen Bildungsmaterialien sind oft schon nach einem Jahr veraltet. Neue Bildungskonzepte müssen deshalb entwickelt werden. Anstelle von gedruckten Materialien sollten elektronische Materialien stehen, die auf Netbooks und Tablet genutzt werden können um eine flexibles Lernen entsprechend der Nutzerbedürfnisse zu gestatten.
- Die Intensivierung von Kooperationen und der Ausbau von Studiengängen an den Hochschulen: Die Expertisen und die Fachveranstaltungen haben gezeigt, dass Kooperationen zwischen Unternehmen der EE-Branche und Hochschulen sowie der Aufbau neuer Studiengänge ein bisher wenig beachtetes Feld zur Förderung des Fachkräfteangebotes sind. Hierbei bestehen vor allem Informationsbedarfe für alle Akteure, die die Ausbildung an den Universitäten fördern können.
Downloads zum Modul
Modulbeschreibung EE-Handwerk (pdf, 1.100 kB, HW12)
Ausbildungsleistung der EE-Branche (pdf, 300 kB, HW2)
In dem Dokument HW2 wird der Stand der Forschung zur Ausbildungsleistung der EE-Branche dargestellt.
Übersicht von Kooperationen zwischen Unternehmen der EE-Branche und Hochschulen (pdf, 100 kB, HW3)
Das Dokument gibt eine Übersicht zu Kooperationen zwischen Unternehmen der EE-Branche und Hochschulen
Übersicht zu Studien der Aus- und Weiterbildung im Bereich erneuerbare Energien (pdf, 200 kB, HW4)
Das Dokument benennt Studien zu der Aus- und Weiterbildung im Bereich erneuerbare Energien.
Wichtige Ausbildungsberufe für EE (pdf, 100 kB, HW5)
Das Dokument stellt in Kürze die wichtigen Ausbildungsberufe für EE vor
Arbeitsmarkt- und Ausbildungssituation der EE-Branche (pdf, 100 kB, HW6)
In dem Dokument wird der Arbeitsmarkt und die Ausbildungssituation der EE-Branche vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise dargestellt.
Neue Strukturen im Hochschulbereich (pdf, 100 kB, HW7)
In dem Dokument werden die Möglichkeiten zur Förderung von neuen Studiengängen vorgestellt.
Engagement der EE-Branche an Hochschulen (pdf, 70 kB, HW8)
Das Dokument fasst das Engagement von Unternehmen der EE-Branche an Hochschulen zur Förderung der erneuerbaren Energien zusammen.
Ressourcen- und Energieeffizienz in der Handwerksausbildung (pdf, 120 kB, HW0)
Das Dokument stellt die Integration der Themen Energie- und Ressourceneffizienz in der Ausbildung am Beispiel von Bäckern, Friseuren und Kosmetikerinnen vor.
