Das Projekt

SKEP - Entwicklung einer "Strategischen Kommunalen Energiepolitik" (SKEP) zur Nutzung Erneuerbarer Energieträger
Das Forschungsvorhaben wurde vom IZT Ende 2004 konzipiert und war zunächst auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegt (Juli 2005 – Juni 2007).  Aufgrund des erfolgversprechenden methodischen Projektansatzes sowie der hohen Nachfrage der Projektergebnisse wurde nach Ablauf des ersten Förderzeitraumes das Projekt um die Phase „Monitoring und zielgruppenspezifische Ergebnisverbreitung“ erweitert und bis Juli 2009 verlängert.

Im Rahmen der vierjährigen Forschungsarbeiten wurden die Energieaktivitäten von über 50 deutschen Kommunen untersucht. In vier Workshopserien mit insgesamt 15 Workshops wurden Experteneinschätzungen von über 300 Vertretern aus kommunaler Politik und Verwaltung, Stadtwerken, Wohnungsbaugesellschaften, Land- und Forstwirten, Bürgerinitiativen und anderen kommunalen Energieakteuren eingeholt.

Das Forschungsprojekt ist in das Netzwerk der BMU geförderten Forschungsprojekte zu Akzeptanzfragen für erneuerbare Energien eingebunden. In diesem Zusammenhang erfolgt ein regelmäßiger Austausch zu wissenschaftlichen Fragestellungen und Forschungsergebnissen.

Notwendigkeit einer strategischen kommunalen Energiepolitik
Kommunen und ihren Verwaltungen kommt bei der Förderung, Nutzung und Propagierung Erneuerbarer Energien (EE) eine Schlüsselrolle zu. Generell weist Deutschland durch das EEG und diverse andere Förderprogramme gute Rahmenbedingungen für den Einsatz regenerativer Energieträger auf. Trotzdem ist der Anteil Erneuerbarer Energien von Stadt zu Stadt stark verschieden und variiert auch in Abhängigkeit des Engagements der jeweiligen Kommunen. Dies gilt insbesondere für gebäudeintegrierte oder gebäudenahe Technologien, wie Photovoltaikanlagen, solarthermische und geothermische Anlagen sowie Biomasseheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung. Die Kommunen und Ihre Verwaltungen spielen häufig eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht andere Akteure in ihrem Engagement zu unterstützen. Dies kann durch die Bereitstellung von Dachflächen für PV-Anlagen oder durch die Einbindung von regenerativer Wärme in Nahwärmeverbünde geschehen. Ein bedeutendes kommunales Handlungsfeld ist auch der Bereich der Bauleitplanung, mit den (teilweise neu) im BauGB verankerten Möglichkeiten, die Nutzung von EE durch z.B. Bebauungspläne (Solarsiedlungen), städtebauliche Verträge oder Anschluss- und Benutzungszwang für Nahwärme festzulegen. Aber auch bei der Bewirtschaftung der öffentlichen Liegenschaften haben die Kommunen die Möglichkeit, diese vorbildhaft energieeffizient und unter Einsatz erneuerbarer Energieträger zu betreiben. Durch derartige Demonstrationsvorhaben können neben den unmittelbaren Energie- und Kosteneinsparungen ebenso wesentliche Nachahmungseffekte erzielt werden.

Das umfassende Instrumentarium zur verstärkten Nutzung und Förderung Erneuerbarer Energien wird jedoch von den Kommunen bislang kaum strategisch gebündelt, koordiniert und ausreichend zum Einsatz gebracht. Vielerorts laufen sowohl Aktivitäten verschiedener Kommunalverwaltungen als auch kommunale, privatwirtschaftliche und bürgerschaftliche Bemühungen im Bereich der Erneuerbaren Energien nebeneinander her. Die bisherige Praxis kommunaler Energiepolitik bleibt zumeist auf einen Bruchteil der möglichen kommunalen Maßnahmen beschränkt häufig in Form von vereinzelten Vorzeigeprojekten. Anknüpfungspunkte zum "Kommunalen Energiemanagements" (KEM), dessen vorrangiges Ziel die energieeffiziente Bewirtschaftung öffentlicher Liegenschaften ist, werden nur unzureichend genutzt. Aus kommunaler Sicht könnte jedoch das strategische Zusammenführen von Aktivitäten in Richtung Erneuerbarer Energien und Energieeffizienz sehr vorteilhaft sein. Die Erneuerbaren Energien können durch ihr positives Image die Energieaktivitäten der Kommune öffentlichkeitswirksam hervorheben. Im Bereich der Energieeffizienz sind sowohl große Kosteneinspar- als auch CO2- Minderungspotentiale vorhanden. Daher ist die strategische Einbindung von Erneuerbaren Energien in die kommunale Planung und damit die Entwicklung und Initiierung einer "Strategischen Kommunalen Energiepolitik" (SKEP) dringend erforderlich.

Ziele des Forschungsprojektes
Zielsetzung des Forschungsprojektes war es, den unterschiedlichen Akteuren konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, wie sie auf einen stärkeren Einsatz von Erneuerbaren Energien in ihrer Kommune hinarbeiten können. Dabei steht der Nutzen für die Kommune im Vordergrund - so können etwa durch das positive Image der Erneuerbaren andere Aktivitäten der Kommune besonders im Bereich der Energieeffizienz vorangetrieben werden. Dafür wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens, kommunales Know-how und Instrumente evaluiert und als Bausteine für eine  "Strategische Kommunale Energiepolitik" zusammengetragen. Zentrales methodisches Element des partizipativ angelegten Forschungsprojektes waren neben Fallstudien und Experteninterviews vier  aufeinander folgende Workshopreihen - Fokusgruppen und Akteursworkshops. In diesen wurden gemeinsam mit den unterschiedlichen kommunalen Akteuren erfolgreiche Formen, Motivationen und Hemmnisse der bisherigen Zusammenarbeit eruiert und Strategien zur Förderung Erneuerbarer Energien auf kommunaler Ebene entwickelt. Das partizipative Vorgehen bietet günstige Voraussetzung für eine spätere breite und praxisnahe Anwendung einer SKEP zur Förderung des Einsatzes von EE in den Kommunen.

Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen für kommunale Akteure sind in der nutzerfreundlichen Broschüre "Erneuerbare Energien in Kommunen optimal nutzen - Denkanstöße für die Praxis" dokumentiert. Die Broschüre steht unter dem Button "Ergebnisse" zum Download bereit.

Zielgruppe sind vorwiegend potenzielle "Macher" im Energiebereich, wie etwa kommunale Verwaltungsmitarbeiter (Energiebeauftragte, Bauleitplaner, Entscheider etc.), Energiedienstleister, Stadtwerke und engagierte Bürger (z.B. im Rahmen der Lokale Agenda 21). Die Empfehlungen sind insbesondere auf  mittlere und große Kommunen und dem Zusammenspiel relevanter  Akteure in Bezug auf die Förderung und den Einsatz von EE zugeschnitten. Thematisiert werden für den städtischen Bereich relevante Energietechnologien, wie PV-Anlagen, solarthermische Anlagen, Biomasseheizanlagen und Geothermie, die vorrangig im Gebäudebereich zum Einsatz kommen.